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Einfache rezessive
(überdeckte) Gene bei Schlangen
Dieser Bericht
beabsichtigt, eine Einsicht in die Grundkenntnisse der herpetologischen
Vererbungslehre zu geben. In diesem Fall wird es an Farb- und
Zeichnungsvarianten beim Python erklärt.
Zuerst müssen wir die Grund
– Genetik anwenden, um Farb- bzw. Zeichnungsveränderungen zu verstehen. Wir
gehen dazu über, mit theoretischen Größen zu arbeiten. Es ist dabei von Vorteil,
mit einem größeren Gelege (16) zu rechnen, da bei kleineren Größen des öfteren
unproportional abweichende Ergebnisse erzielt werden.
Das folgende Punnet –
Quadrat stellt das Genpaar zweier adulter Tiere dar: das " NN “ Paar steht für
das Genpaar zweier normal erscheinenden Tiere ohne ungewöhnliche Gene. Spalte 1
und 2 stehen jeweils für ein adultes Tier.
1.) Verpaarung zweier
normaler Tiere
Daraus resultierende Nachzuchten
Die Nachzuchten werden in Gruppen zu je 25 %
geteilt, die zusammen 100 % des Geleges ergeben. Die Nachzuchten werden " NN “
genannt, es sind normal gefärbte bzw. gezeichnete Tiere ohne mutierende
Veränderungen.
Eine einfache rezessive ( überdeckte ) Veränderung
( Mutation )
Wenn ein sichtbar
verändertes Tier ( Albino, Granit usw. ) mit einem normal gefärbtem /
gezeichneten Tier ohne genetische Veränderung verpaart wird, entstehen
Nachzuchten, die alle normal gefärbt / gezeichnet sind, aber die Gene der Farb-
bzw. Zeichnungsvariante in sich tragen. Diese Nachzuchten nennt man heterozygot
( Het`s ).
In den folgenden, aufgeführten Fallbeispielen arbeiten wir
mit dem Albino – Gen, das ein einfaches rezessives Gen ist. Um die Entwicklung
des Albino – Gens zu verdeutlichen, verpaaren wir einen Albino mit einem
normalen Tier. Die normale Färbung wird das einfache rezessive Albino – Gen
überdecken.
2.) Verpaarung eines
Albinos ( aa ) mit einem normalen Tier ( NN )
Daraus resultierende Nachzuchten
Die
Nachzuchten sind alle normal aussehende, heterozygote Genträger, die das Albino–Gen tragen. Das ist sehr wichtig, denn es ermöglicht dem Züchter eine gezielte
"Produktion" von Albinos durch Verpaarung zweier Het`s.
3.) Verpaarung eines Het`s
( Na ) mit einem normalen Tier NN )
Daraus resultierende Nachzuchten
50 %
der Nachzuchten sind normal und 50 % sind heterozygot, sie tragen das Albino –
Gen. Sie sehen also alle normal aus, aber theoretisch ist eins von zwei Tieren
ein Albino – Gen – Träger. Sie werden 50 % positive Het – Albinos genannt.
4.) Verpaarung eines Het`s
( Na ) mit einem anderen Het ( Na )
Daraus resultierende Nachzuchten
Nun
sehen wir mehrere Resultate: 25 % sind normal ( NN ), 50 % sind Het`s ( Na) und
25 % sind Albinos. Die normal aussehenden Tiere bestehen zu 2/3
aus heterozygoten und zu 1/3 aus normalen, spricht gen
tragenden Tieren. Diese Tiere werden 66 % positive Het – Albinos genannt. Der
Het – Albino ist aber äußerlich nicht von normalen Tieren zu unterscheiden.
5.) Verpaarung eines
Albinos ( aa ) mit einem Het ( Na )
Daraus resultierende Nachzuchten
Nun sehen wir 50 %
heterozygote Tiere ( Na ) und 50 % reine Albinos ( aa ).
6.) Verpaarung eines
Albinos ( aa ) mit einem Albino ( aa )
Daraus resultierende Nachzuchten
Wir sehen nun ein
ganzes Gelege Albinos des einfachen rezessiven Gens. Es gibt keine normal bzw.
gezeichneten Tiere.
Zusammenfassung:
Wir haben hier ein
einfaches Beispiel einer genetisch bedingten Farbmutation anhand des Albino –
Gens deutlich gemacht.
Dies Beispiel kann auch
beliebig für andere, genetisch bedingte Farb- oder Zeichnungsvarianten mit den
gleichen Prozentsätzen berechnet werden.
Zum Abschluss und zur totalen Verwirrung eine etwas
komplizierte Variante einer Verpaarung
Verpaarung doppelt Het ( Albino – Granit ) Nag mit
doppelt Het ( Albino – Granit ) Nag
Daraus resultierende Nachzuchten
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NN |
Na |
Ng |
ag |
|
NN |
NNNN |
NNNa |
NNNg |
NNag |
|
Na |
NNNa |
NNaa |
NNag |
Naag |
|
Ng |
NNNg |
NNag |
NNgg |
Nagg |
|
ag |
NNag |
Naag |
Nagg |
aagg |
Aus o. a. Verpaarung entstehen theoretisch bei
einem Wurf von 16 Nachzuchten:
1 normal gefärbtes Tier (
NNNN )
2 Hets für Albino ( NNNa
)
2 Hets für Granit ( NNNg
)
4 Hets für Albino – Granit (
NNag )
1 Albino ( NNaa )
1 Granit ( NNgg )
2 Albino het für Granit (
Naag )
2 Granit het für Albino (
Ngga )
1 Albino – Granit ( aagg
)
Um die genetische Vielfalt der heterozygoten
Nachzuchten im Punnett – Quadrat darzustellen, nehmen wir die sichtbar
veränderten Tiere ( 7 ) aus der Berechnung heraus. Wir haben also theoretisch 9
normal aussehende Tiere, bei denen die genetische Vielfalt von Interesse ist.
Wenn diese 9 Tiere 100 % sind, steht jedes von Ihnen für 11,1 %. Da die meisten
Tiere ( 4 ) doppelt heterozygot sind, machen sie 44,4 % des Wurfes aus. Des
weiteren besteht eine 22,2 % Möglichkeit für reine Albino – hets und eine 22,2 %
Möglichkeit für reine Granit – hets. Es bleibt ein 11,1 % Rest für ein normal
gefärbtes bzw. gezeichnetes Tier ohne genetische Mutation. Zusammengefasst
besteht eine 44,4 % Chance, das die normal aussehenden Tiere doppelt heterozygot
für Albino – Granit sind, jeweils eine 22,2 % Chance, das die Tiere reine Hets
für Albino bzw. Granit sind und eine 11,1 % Möglichkeit für ein normal gefärbtes
Tier ohne genetische Mutation. Anders gesagt besteht eine 66 % Möglichkeit, das
ein normal gefärbtes Tier ein Het – Albino ist ( inklusive der doppel hets )eine
66 % Möglichkeit das ein normal gefärbtes Tier ein Het – Granit ist ( inklusive
der doppel Hets ). Es bleibt also ein 11 % Rest- " Risiko " für ein normal
gefärbtes Tier.
Wir hoffen, das es vielen Leuten hilft, die versuchen einen Einblick
in die doppelt heterozygote Vererbungslehre zu bekommen.
Wir erheben keinen Anspruch auf
Allgemeingültigkeit und weisen darauf hin,
das abweichende Ergebnisse bei der Nachzucht
erzielt werden können.
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